Dieter Roggendorf berichtet

QSS

Das neue Ladenlokal war für Dirk und Hajo sicher ein Meilenstein. Was vorher im Verborgenen blühte - im Underground des Penelopes - präsentierte sich nun als "richtiger Laden". Verkaufsraum mit Schaufenster, Werkstatt, "Chefbüro" und Toilette auf'm Flur waren nun die neue Umgebung der immer noch avantgardistischen Musikinstrumente. Ich besuchte Dirk regelmäßig, denn in der Franzstrasse gab es immer Dinge zu sehen, die neu und spannend waren. An zwei Dinge kann ich mich noch genau erinnern:

Ich sah und hörte dort den ersten CD-Spieler von Sony (digital), Neupreis ca. DM 3.500,--. Endlich mal was Praktisches, was man sich auch für Zuhause vorstellen konnte (gehört haben wir glaube ich eine CD von Peter Gabriel), und ich sah und hörte dort das erste mal Wieland Samolak (analog), den späteren Münchner Filialleiter (nichts Praktisches und auch nichts, was man sich für Zuhause vorstellen konnte).

Auch Dirk besuchte mich regelmäßig, denn ich arbeitete inzwischen bei McDonalds und dort gab es immer lecker zu essen.

Der Mainstream schlich sich in Form neuer Instrumente (Drumcomputer) in das Synthi-Studio. Dirk und Hajo fuhren Mercedes, stellten mit Norbert Reiß den weltweit ersten Angestellten des weltweit ersten Fachgeschäftes für elektronische Musikinstrumente ein, und der Synthi-Pop eroberte Anfang der Achtziger die Hitparaden.

Ohne es zu wissen, folgten Dirk und ich dem Credo des weltweit größten Fastfood Anbieters:

QSS: QUALITÄT, SERVICE, SAUBERKEIT

In der nächsten Ausgabe lesen Sie:
"Buddy Rich" oder "This German is an animal"


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